Elektrische Beleuchtung

Bogenlampe

Eine Lichtquelle mit brennenden Lichtbogen zwischen zwei Elektroden.

Gegen Mitte der 1840er Jahre erfand Léon Foucault die Kohlebogenlampe, nach dem von Humphry Davy Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten Prinzip, dass ein durch Strom entstandener Lichtbogen zwischen zwei Kohlestäben selbst mit größerem Abstand stabil blieb und helles Licht erzeugte. In einer Glasglocke mit verdünnter Luft ließ sich der Abstand auf ca. 15 cm erweitern. Da die Lichtstärke der Bogenlampe für den privaten Gebrauch zu hoch war, kamen sie zur Beleuchtung von Straßen, Plätzen, in Scheinwerfern und Leuchttürmen zum Einsatz. Das Prinzip der Bogenlampe wurde über Jahrzehnte hinweg Gegenstand vieler Fortentwicklungen:

Die selbstregulierende Bogenlampe mit automatischem, elektromagnetischem Abstandsausgleich der sich abnutzenden Kohlestäbe wurde kurz darauf parallel von mehreren Wissenschaftlern u. a. Léon Foucault und Henri Archereau erarbeitet. Nahm aufgrund des durch Abbrand vergrößerten Abstands der Kohlestäbe von einander der Stromfluss ab, löste ein Uhrwerk die Nachführung des Kohlestabs aus.

Um 1876 entwickelte Pavel Jablochkoff die sogenannte Jablochkoff-Kerze. Diese hatte zwischen den parallel angeordneten Kohlestäben eine Gips-Isolierung, die den Abstand stabil hielt und nach der Zündung des Lichtbogens an den freibleibenden Spitzen zusammen mit den Kohlestäben herunterbrannte, ähnlich einer Kerze.

Friedrich von Hefner-Alteneck perfektionierte mit der Differenzial-Bogenlampe etwa 1879 die automatische Regulierung der Kohlestäbe, indem er zwei Magnetspulen nutzte, um den Abstandsausgleich selbst bei unregelmäßigem Abbrand zu steuern.

Hugo Bremer entwickelte die Flammenbogenlampe, auch Bremer-Licht genannt, die kurz nach der Jahrhundertwende aufkam. Zur Steigerung der Lichtgewinnung waren die hier V-förmig angeordneten Kohlestäbe mit Metallsalzen getränkt. Diese Art der Bogenlampe konnte sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom betrieben werden.

Eine weitere Variante war die Dauerbrand-Bogenlampe. Deren umschließender Glaskolben war luftdicht verschlossen, um das Abbrennen der Kohlestäbe zu verlangsamen und somit eine längere Brenndauer zu gewährleisten.